Mädchen konstruierten Siegerauto

Papierautorennen im Fach „Technik und Entwickeln“ an der LUKAS Schule

“Meine Damen und Herren, starten Sie Ihre Motoren!”, forderte Kathrin Kühn die Klasse auf. Die Mädchen und Jungen der siebten Realschulklasse der LUKAS Schule standen aufgeregt an der schrägen Rampe aus einer Sperrholzplatte und beobachten, wie ihre selbst konstruierten Autos anfingen zu rollen. Zwei Wagen erreichten unter dem Jubel ihrer Konstrukteure das Ziel: der Oldtimer und der aerodynamische Rennwagen.

Das  „Papierautorennen“ ist das erste Projekt im Wahlpflichtfach „Technik und Entwickeln“, das die Schüler in der 7. Klasse durchführen. In dieser Unterrichtseinheit erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler ein Verständnis für technische Konstruktionen. Zu Beginn formulierte Diplom-Ingenieurin Kathrin Kühn, die die Kinder in diesem Fach an der LUKAS Schule unterrichtet, die Aufgabenstellung: „Eure Aufgabe ist es, ein Rennauto zu entwickeln, das beim Papierautorennen teilnehmen kann. Euer Auto muss so gebaut sein, dass es eine Rampe hinunter in einen vorgezeichneten Kreis fahren kann. Ihr bekommt für den Bau des Autos ein Stück Papier A4, einen Pappbogen, Tesafilm und Kleber. Und ihr bekommt zwei Doppelstunden für den Bau.“

In der Ideensammlung stellten die Schüler schnell fest, dass Papier als vorgegebenes Material einige knifflige Probleme aufwarf. Wie sollte man die Achsen herstellen? Und was war mit den Rädern? Natürlich sollten auch die Prinzipien der Aerodynamik und die Gesetzmäßigkeiten von Kraft, Bewegung und Energieumsatz berücksichtigt werden. Während für die Lehrerin das Anwenden von Problemlösungsstrategien ebenso wie kritisches Denken und die Zusammenarbeit im Team wichtig waren, wollten die LUKAS Schüler natürlich nicht zuletzt ein Auto mit möglichst coolem Aussehen bauen!

Lena und Jennifer berichten von ihrer Arbeit: „Unsere Gruppe baute einen Oldtimer. Für eine bessere Stabilität nahmen wir die Restpappe und füllten das Auto damit auf. Wir achteten sehr auf stabiles Fahrverhalten, Design und Teamarbeit. Unser Ziel war, dass das Auto die Rampe hinunter bis in den Kreis fährt.“ Die Lehrerin äußerte sich zufrieden über den Fortgang der Arbeiten in den verschiedenen Gruppen, denn es wurde deutlich, dass die Fehlersuche im Konstruktionsprozess viel Raum einnimmt und dass man experimentieren muss, um ein Problem zu lösen. Sie sagt: „Ich fand die Mädchengruppe sehr straff durchorganisiert hinsichtlich der Aufgabenteilung (nachdem sie sich über die Lösung im Klaren waren). Für diese Gruppe war Teamarbeit das große Ziel und ein schickes Auto.
Die zweite Siegergruppe stand ständig vor Problemen, die sie aber hervorragend gemeistert haben. Ziel dieser Gruppe war ein besonderes Auto mit breiten Reifen und schon etwas aerodynamisch.“

Zum Abschluss der Arbeiten am Projekt „Papierautorennen“ im Fach „Technik und Entwickeln“ an der LUKAS Schule beurteilten sich die Schüler gegenseitig. Dabei waren sie zum Erstaunen der Lehrerin kritischer als erwartet. „Insgesamt hat uns das Projekt sehr viel Spaß gemacht“, meinen Lena und Jennifer. Die anderen Schüler der Klasse nicken zustimmend. Ach so, wollen Sie noch wissen, wie das Achsenproblem gelöst wurde? Man musste das A4-Blatt ganz straff rollen und mit Klebefilm festigen.