Auf den Spuren der Bremer Stadtmusikanten - Exkursion in die Bremer Kunsthalle

Ein Esel, ein abgemagerter Straßenköter, zu ertränkende Kätzchen und ein gerupftes Hühnchen ... In ihrer Zeichnung greift die Schülerin sozialkritische Gedanken der Ausstellung auf und reflektiert über das Tierwohl bzw. seine Abwesenheit in der Gesellschaft heute.

Die Klasse 9 des LUKAS Gymnasiums machte sich auf nach Bremen und besuchte die aktuelle Ausstellung in der Bremer Kunsthalle. Sie ist mit dem Ausruf "Tierischer Aufstand!" überschrieben und beschäftigt sich zum 200-jährigen Jubiläum der Märchenfiguren mit ihrer Rolle in Kunst, Kitsch und Gesellschaft.

Bei der sehr lebendig und interessant gestalteten Führung sahen sich die Jugendlichen aktuelle Kunstwerke zum Thema an und wurden mit hineingenommen in die Erkenntnis, dass die im Märchen aufgegriffenen Themen Ausbeutung, Altersarmut und Wohnungslosigkeit auch heute noch höchst aktuell sind. So greift etwa ein Gemälde des Künstlers Karl Horst Hödicke das Thema ziviler Ungehorsam auf, wie er sich in der vor Jahrzehnten entstandenen Hausbesetzerszene zeigte. Hier eine Verbindung zu den Bremer Stadtmusikanten zu sehen, ist zugleich amüsant und hintergründig.

Im Anschluss an die Führung konnte die Klasse in einer der Werkstatträume der Kunsthalle selbst aktiv werden und eine eigene Idee mit Stift oder Wachsmalkreide künstlerisch umsetzen. Hier wurde dann verschiedene Gegenstände oder Figuren zu Pyramiden gestapelt, z.B. Früchte oder eben oben genannten ausgebeuteten oder weggeworfenen Tiere.

Für die Schülerinnen und Schüler war dies eine Exkursion, die eigene Gedanken oder Erfahrungen mit den angesprochenen Themen anregte. Da erhält dann sogar ein Stadtmusikanten-Souvenir eine tiefere Bedeutung.