Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen

Die 10. Klasse des LUKAS Gymnasiums verbrachte einen Studientag zum Thema „Kinder und Jugend im Konzentrationslager“ in der Gedenkstätte. Besonders beeindruckt zeigten sich die Jugendlichen vom Besuch der Rampe und den Augenzeugenberichten in der Ausstellung.

Die Besichtigung der KZ-Gedenkstätte wurde im Unterricht der 10. Klasse in den Fächern Geschichte und Religion vorbereitet. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau von Klitzing und Frau Selle verbrachte die Klasse insgesamt sechs Stunden vor Ort und fand die Zeit noch zu kurz. Gerne hätten die Jugendlichen die Ausstellung noch länger und intensiver besucht.

Der Tag begann mit einem Blick auf die Entwicklung des Lagers. Zunächst war das Lager in Bergen-Belsen ein Lager für Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, später wurden dort sogenannte VIP Juden untergebracht, die man hoffte gegen Geld oder Gefangene austauschen zu können. Gegen Ende des Krieges wurde es zum Auffanglager für die Todesmärsche aus aufgegebenen Konzentrationslagern in den Ostgebieten.

Als erstes folgte die Klasse dem Weg der Ankömmlinge und fuhr vom Ausstellungsgebäude die 4 Kilometer mit dem Bus bis zur Rampe. Menschen, die eingepfercht im Zugwagon die Rampe in Bergen-Belsen erreicht hatten, mussten von dort noch etwa 4 Kilometer zu Fuß bis ins Lager marschieren. Dabei führte ihr Weg auch durch den Ort. Die Schülerinnen und Schüler besichtigten den ausgestellten Wagon und konnten ausprobieren, wie wenig Platz es dort für die transportierten Männer, Frauen, Kinder und Alten gab. Die Jugendlichen stellten fest, dass sich die Menschen damals auf dem Transport nicht hinsetzen konnten und fanden, dass die Luft im Wagon selbst bei weit offenstehender Schiebetür relativ stickig war. Die Texte und Bilder auf den Schildern brachten ihnen das Erleben der Augenzeugen nahe.

Im Anschluss führte sie die Leiterin des Studientages, Frau Dr. Malenica, über Teile des Lagergeländes. Sie besuchten die Orte der Massengräber und den Gedenkstein für die ums Leben gekommenen Juden. An verschiedenen Orten las die Führerin immer wieder Tagebuchausschnitte früherer Gefangener vor und ließ so die Orte lebendig werden. Gebäude befinden sich nicht mehr auf dem Gelände, sie waren nach dem Krieg wegen angeblicher Typhus-Gefahr abgebrannt worden. Die niedersächsische Stiftung für Gedenkstätten hatte sich gegen einen rekonstruierenden Neubau der Gebäude entschieden.

Die Schüler wunderten sich über die Architektur des Ausstellungsgebäudes, das an der Lagergrenze steht und über dem Gelände aber schwebt. Frau Malenica erklärte ihnen, dass das ganze Gelände als ein jüdischer Friedhof gelte und das Gebäude deswegen so gebaut worden sei. Insgesamt war ihre Art zu erklären so leicht verständlich und einfühlsam, dass sich die Schülerinnen und Schüler ermutigt fühlten, ganz viele Fragen zu  stellen.

Als letzte Station besuchte die Gruppe die Ausstellung und auch hier war die intensive Aufnahmebereitschaft der Jugendlichen zu spüren. Sie hörten Augenzeugenberichte über Kopfhörer oder betrachteten beeindruckt Gegenstände aus der Lagerzeit, die bei Grabungen gefunden worden waren. Zum Abschluss trafen sich alle zu einer gemeinsamen Reflexion im Seminarraum.

(Fotos: Frau von Klitzing)