Wie viel Zeit verbringen wir mit dem Handy? Was gewinnen wir dadurch – und was verlieren wir vielleicht, ohne es zu merken? Genau darüber hat Connie Busche von der Return Fachstelle aus Hannover mit Schülerinnen und Schülern der 7Gy und der 7RS gesprochen. Ihr Workshop war interaktiv und besaß einige Aha-Momente.
Zum Einstieg sollten die Jugendlichen aufzählen, was Medien ihnen bringen – aber auch, was sie kosten. „Zeit “, „Langeweile “, „Inspiration “, „Ablenkung“– die Antworten waren so vielfältig wie die Medien selbst. Dann wurde es spielerisch: Jeder stand auf, wenn eine Leidenschaft genannt wurde, die auf ihn oder sie zutraf. Sport, Kochen, Chillen, Lesen wurden hier zum Beispiel genannt. Und genau hier setzte die Referentin an: Medien können unsere Interessen fördern, zum Beispiel mit Rezeptvideos. Aber sie können auch verdrängen – wie zum Beispiel das Lesen, das heutzutage an Bedeutung verloren hat.
Als nächstes startete Connie Busche eine Umfrage: Wer hatte schon in der Grundschule ein Smartphone? Wer ist auf Instagram? Wer zockt regelmäßig? Und wer hat schon sexualisierte Inhalte geschickt bekommen? Die Schülerinnen und Schüler antworteten ehrlich – und zeigten sich oft kritischer, als viele Erwachsene glauben würden.
Dann folgten interessante und anschauliche Informationen zum menschlichen Gehirn. Die „Partyzone“, die Spaß will und Belohnung sucht, trifft auf die „Kontrollzone“, die für Vernunft zuständig ist. In der Pubertät verstehen sich die beiden nicht besonders gut – und das macht vieles schwierig. Wenn man nur noch der Partyzone folgt, wird der Alltag schnell langweilig. Medien liefern dann zwar ständig neue Reize, aber echte Bedürfnisse wie Nähe, Freundschaft und Zugehörigkeit können sie nicht stillen. Wer versucht, das online zu kompensieren, rutscht leicht in eine Suchtspirale.
Das wurde durch ein einfaches, aber kraftvolles Bild deutlich: Ein Schüler bekam die Hände mit Toilettenpapier umwickelt – erst locker, dann immer enger. Am Ende konnte er sich nicht mehr befreien. Genau so funktioniert Sucht: Sie beginnt harmlos – und nimmt einem nach und nach die Freiheit.
Der Workshop hat sein Ziel erreicht: Verständnis schaffen für Chancen und Gefahren der digitalen Medien durch einen ehrlichen Blick auf das, was Medien mit uns machen können.
Der kostenpflichtige Workshop konnte durchgeführt werden, da die LUKAS Schule dankenswerterweise durch die Vermittlung von Frau Lorenz, einer Mutter einer ehemaligen Schülerin und eines ehemaligen Schülers unserer Schule, an der Local Hero Aktion teilnehmen konnte. Die Aktion im Rahmen des Medienbildungskonzeptes wurde vom LR Global Kids Fund e.V. ausgewählt und mit einer Spende von 1000 Euro bedacht. Wir als LUKAS Schule sind sehr dankbar, dass wir in Zeiten stets zunehmender Bedeutung digitaler Geräte und sozialer Medien diesen informativen und lehrreichen Workshop durchführen konnten!






