Betritt man den Raum hinter der Bühne, ist man als erstes überwältigt und überrascht von seiner Größe. Pink leuchtende Kulissen für die Aufführung der „Reise nach Reims“ in wenigen Tagen ragen meterhoch empor. Die geschwungenen Türen in den Wänden erinnern ein wenig an Alice im Wunderland und alles zusammen an ein Hotel. An der Decke hängen an dicken Stahlseilen noch weitere Bühnenwände, die bei Bedarf heruntergelassen werden können. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken, hinter der Bühne verteilt stehen jede Menge Requisiten, zum Beispiel ein lebensgroßer Hummer aus Plastik oder vornehme Speiseglocken auf einem Servierwagen.
Im Rahmen des Literaturunterrichts der achten Klasse, in der zum ersten Mal eine Begegnung mit einem Theaterstück stattfindet, nahm die achte Klasse des Gymnasiums an einer theaterpädagogischen Führung mit Gila Christina Schahabi hinter die Kulissen des Theaters am Goetheplatz teil.
Nach dem Blick hinter die Bühne ging es weiter in den Zuschauerraum. Probeweise fuhren verschiedene Bühnenbilder von der Decke und auch die Lichteffekte wurden gerade noch einmal ausprobiert. Technik, wohin das Auge blickte. Mitten im Zuschauerraum stand ein Tisch mit Mikrofonen, an dem am gleichen Morgen noch der Regisseur seinen Darstellerinnen und Darstellern letzte Anweisungen geben würde. Auch die Tontechnikerinnen und Tontechniker haben ihre eigene Kabine mit sehr vielen Schaltern. Man bekommt einen ersten Eindruck davon, wie viel akribische Planung hier nötig sein muss. Ungefähr 40 Leute werden während der Aufführung hinter der Bühne zu tun haben, von denen die Schauspielerinnen und Schauspieler nur ein Teil sind.
Dann führte Gila Schahabi die Teilnehmenden weiter zu den verschiedenen Werkstätten im Theater, zunächst in die Rüstschmiede. Auch hier gab es vom ferngesteuerten Unterteil von Pippi Langstrumpfs Pferd bis zu Theatermessern, die die Schülerinnen und Schüler zu ihrer Begeisterung auch selbst ausprobieren durften, jede Menge interessantes Theaterrepertoire zu sehen. Anschließend ging es weiter in die Holzwerkstatt, in der sämtliche benötigte Tischlerarbeiten per Hand angefertigt werden. Besonders fasziniert waren die Schülerinnen und Schüler von dem riesigen Kostümlager mit Schneiderei und Hutmacherei. Hier sind Kleidungsstile aus allen Jahrhunderten, in allen Größen und sämtlichen vorstellbaren Stilrichtungen zu finden. So hängen über den Garderobenständern für das aktuelle Stück auch echte Pelzmäntel, die den Reichtum der Figuren symbolisieren sollen. Aber auch Rüschenunterhosen und ein Kostüm, das an die Meerhexe Ursula aus Arielle erinnerte, haben hier ihren Platz. Als letzte Werkstatt besuchten die Schülerinnen und Schüler dann noch den weitläufigen und lichtdurchfluteten Malsaal. In der Mitte des Raumes ist gerade ein Parkettboden frisch gestrichen worden, links tapezierte ein Mitarbeiter eine Stellwand für ein Bühnenbild und hinten strichen andere ein Geländer. Überall an den Wänden hängen kunstvolle Bilder. Wieder zum Ausgang fuhren dann alle mit einem beeindruckend großen Fahrstuhl, in den problemlos die ganze Klasse hineinpasste, da dieser ja sonst auch die großen Bühnenkulissen transportieren muss. Nach diesem beeindruckenden Rundgang durch das Theater waren alle beeindruckt von der unerwarteten Größe des Theaters und auch davon, wie viel liebevolles Handwerk und Technik in einem Theaterstück stecken. Allen Teilnehmenden war nach diesem informativen und interessanten Besuch bewusst, dass Theater zu einem kleinen Teil vor und ganz viel hinter der Bühne entsteht.











